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world wide wheeling - Paris / Frankreich

Dienstag, 23. August 2016

Nach vielen tollen Gastbeiträgen zu world wide wheeling - Fahrradgeschichten aus aller Welt - habe ich diesmal endlich mal wieder selbst was zu erzählen, jippieh! Kommt ihr mit nach Paris?

Savoir-vivre auf zwei Rädern

Gemütlich eine von hohen Bäumen gesäumte Straße entlangradeln, Baguettes und Blumen im Fahrradkorb, gegenüber des kleinen Parks in eine der schmalen Gassen abbiegen, über´s Kopfsteinpflaster holpern, vorbei an charmanten Galerien, Boutiquen und Souvenirläden, vom Rad steigen und in einem der vielen Straßencafes in der Sonne ein kühles Getränk genießen - Straßenmusik inklusive.
Jaja, mein heimlicher Traum vom Savoir-vivre auf zwei Rädern ist ein Haufen feinster Klischees, aber man darf ja träumen ... - Spätestens bei unserer Ankunft im Pariser Verkehrsgewusel war klar, dass dieser Traum mit der Realität so gar nix zu tun hat: hupende und drängelnde Autofahrer, zwischen denen sich Roller und Motorräder in waghalsigen Manövern hindurchschlängeln - und mittendrin, tatsächlich: ein paar Radfahrer, die sich offenbar an dieses Chaos gewöhnt haben und relativ entspannt an den schier endlosen Autoschlangen vorbeiziehen. 
Tja, nix für mich - schon gar nicht mit Kindern! Wir waren zu Fuß und mit der Metro unterwegs, aber natürlich habe ich ein paar Fahrradimpressionen mitgebracht. Und auch ein bisschen Savoir-vivre. Auf geht´s zur virtuellen Fahrradtour durch Paris!

Zum Warmwerden ein paar allgemeine Eindrücke:



abgestellt - und weiter im Untergrund 


nochmal abgestellt - "chic et sport"

*

Ganz besonders feine Radmotive hab ich auf dem riesigen Flohmarkt in Saint Ouen im Norden von Paris entdeckt:


Fundstücke: Fahrradrahmenbeschläge ...


... und alte Radwimpel


Streetart mit Rad


Fahrradnostalgie


nochmal Fahrradnostalgie, mit Kunst drumrum


überhaupt: Kunst an jeder Ecke und jeder Mauer 


Upcycling-Kunst - wunderbar!


und nochmal Nostalgie, diesmal mit Hilfsmotor

*

Nun ins Getümmel. Rings um die Sehenswürdigkeiten von Paris bieten sich in Sachen Fahrrad überall ähnliche Bilder: 


wartende Fahrrad-Taxifahrer


Verkaufsräder


radelnde Touristengruppen


Kaum zu glauben: eine radelnde Familie -
allerdings auf den autofreien Wegen des Jardin des Tuileries ...


... wo auch per Rad für Sicherheit gesorgt wird.


Und draußen wartet das Fahrradtaxi ... 


Darf hier nicht fehlen: die Champs-Elysées,
auf der während unseres Aufenthalts die Tour de France zu Ende ging. Haben wir nicht gesehen, war weiträumig abgesperrt - aber immerhin sind wir am nächsten Tag da lang gelaufen ...

*

Mein "Lieblingsparis" ist Montmartre:


Räder auf Postkarten


Radfahren ist bei diesen Steigungen wohl weniger beliebt -


oder doch?


Streetart überall - und wer findet das Fahrrad?


etwas Altes, etwas Neues und etwas Fahrrad


Wer braucht Schilder?


immer gut: Fahrradpausen

*

Schließlich hab ich noch ein paar allgemeine Szenen:


Die Stationen der Velib´-Räder findet man im ganzen Stadtgebiet.


Auch die Post kommt in Paris per Drahtesel.


Und geparkt wird in luftiger Höhe ...


... auf fast jedem Balkon.



***


Habt ihr auch irgendwas von irgendwo rund ums Fahrrad zu zeigen oder zu erzählen? Ihr seid herzlich eingeladen, bei world wide wheeling mitzumachen. Zeigt in einem Gastbeitrag, was ihr rund ums Radfahren irgendwo auf dieser Welt gesehen oder erlebt habt! Viele Fahrräder oder einzelne Szenen - ganz egal! Ich freue mich über Radelgeschichten aus aller Welt. Meldet euch einfach per Mail: diefahrradfrau@gmail.com

Noch Fragen? Alle Infos gibt es hier!




Bis bald!
diefahrradfrau

world wide wheeling - Kopenhagen / Dänemark

Samstag, 2. Juli 2016

Weiter geht´s mit Fahrradgeschichten aus aller Welt, die hier von Gastbloggern erzählt werden. Schon zweimal gab es in dieser Serie tolle Berichte aus Kopenhagen (hier und hier) - aber von dort gibt´s noch einiges mehr zu berichten, wie Marlene in ihrem Gastbeitrag zeigt:

Kopenhagen / Dänemark - Klappe die 3.

Ich habe rund fünf Jahre lang im Kopenhagener Stadtviertel Nørrebro gewohnt und dass Fahrräder dort das maßgebliche Transportmittel sind, zeigte mir in dieser Zeit ein einziger Blick vor die Haustür. Dort verläuft die Nørrebrogade, die direkt ins Kopenhagener Zentrum führt - mit gefühlt alle hundert Meter einer Fahrradwerkstatt und einem Radweg, der so breit ist wie anderswo die Fahrbahn für Autos.


Nun gab es in dieser schönen Serie schon zwei tolle Beiträge über die Fahrradstadt Kopenhagen und auch in meinem Buch "Ein Jahr in Kopenhagen - Reise in den Alltag" http://www.marlenehofmann.de/buecher/ widme ich ein ganzes Kapitel dem Radfahren in dieser radelfreundlichen, grünen Metropole. Deswegen will ich hier ein paar vielleicht noch nicht bekannte Details und Updates zusammenstellen:

1. Schöner mit App?

Viele Radwege führen zum Ziel. Aber wenn man immer nur auf den Hauptstraßen bleibt, sieht man selten etwas Neues. Damit man nicht die Orientierung verliert, kann man sich beispielsweise die App I bike Copenhagen auf sein Telefon laden (funktioniert auch prima am PC). Hier findet man die schnellste Route vom Start zum Ziel - und fährt man ein Lastenrad, dann wird auch dafür der passende Weg angezeigt.


Unser Lastenrad haben wir übrigens 2014 gebraucht gekauft und sein erster großer Einsatz war eine von Greenpeace organisierte Fahrraddemo für die Arktis. 


Letztes Jahr sind wir nach Deutschland gezogen und das Lastenrad hat uns nicht nur beim Umzug geholfen, sondern durfte auch selbst mit auswandern.


Und es gibt gleich noch eine alternative App: Cykelplanen, die auch Abkürzungen über die Metrolinien vorschlägt oder zu Cafés navigiert. Wenn man Mängel am Radweg feststellt, kann man diese der Stadtverwaltung übrigens auch per App melden.


2. Auf dem Rad zu Hans Christian Andersens Grab?

16 Jahre lang durfte man auf den größten Wegen, die den historischen und wirklich wunderschönen Assistens-Friedhof Nørrebro kreuzen, Fahrrad fahren. Auf Antrag der Naturschutzorganisation Danmarks Naturfredningsforening wurde der Friedhof mehr als zuvor unter Denkmalschutz gestellt, sodass zumindest kein "Super-Radweg", sozusagen eine echt Kopenhagener Fahrrad-Autobahn, über den historischen Ruhepunkt im Stadtzentrum führt. Ich bin mir aber sicher, dass die Kopenhagener vorerst weiter hier radeln werden. Schon mehrmals in der Geschichte des Friedhofs wurde erfolglos versucht, zu verhindern, dass die Bürger die Ruhestätte für sich beanspruchen. Im 19. Jahrhundert sahen sich die Behörden gar gezwungen, den Ausschank von Brandwein und Tanz auf dem Friedhof zu verbieten. Ich habe den Assistens-Friedhof jedoch als einen Ort erlebt, in dem Trauernde und Yoga-Praktizierende, Touristen und Kaffeekränzchen, Spaziergänger und Radfahrer friedlich miteinander auskommen.



3. Neue Brücken, neue Wege

Seit Jahren baut Kopenhagen seine Radwege aus. Besonders toll finde ich die grünen Radwege durch ruhige Straßen und Parks. Beeindruckend sind auch die schon erwähnten Superradwege ("supercykelstier"), die es leichter machen sollen, auch längere Strecken aus den Vororten Kopenhagens in die Stadt hinein zu pendeln. Die Superradwege sind breit, mit Service-Stationen ausgestattet und werden im Winter freigeräumt.


Das schöne an Kopenhagens Radlerwelt ist, dass sie sich ständig weiterentwickelt. Als ich letztens wieder dort war, konnte ich erstmals die geschwungene neue Radlerbrücke Cirkelbroen bewundern, die der Künstler Olafur Eliasson gestaltet hat und die nun das Hafengebiet besser vernetzt. Ein weiteres inzwischen fertig gestelltes Designprojekt ist die Brücke "Cykelslangen" (Fahrradschlange), gestaltet vom Büro DISSING+WEITLING architecture, die schon 2014 eingeweiht wurde. So wird Radfahren auch zum architektonischen Erlebnis.


Im Rest meines Buchs geht es übrigens in ganz persönlichem Stil durch die Höhen und Tiefen meines Auslandsaufenthalts. Komprimiert auf ein Jahr gebe ich einige meiner Erfahrungen zum Besten. Zurück in Deutschland vermisse ich übrigens nicht nur die gute Gesellschaft auf den Radwegen (bzw. oft sogar die Radwege!), sondern auch ganz praktische Dinge wie die vielen Gebrauchtwarenläden, die Stadtgärten, die schön gestalteten öffentlichen Plätze, die wirklich Raum für Fußgänger schaffen, die vielen Bioprodukte und die haut- und umweltfreundlichen Drogerieprodukte... Dafür komme ich aber oft nach Dänemark zu Besuch.



Der Tipp zum Schluss

Und ein kleiner Tipp zum Schluss: Dänemark ist nicht nur Kopenhagen. Die zweitgrößte Stadt Aarhus wird 2017 europäische Kulturhauptstadt sein. Hier wird kräftig gebaut und modernisiert, auch grün und nachhaltig, sozial innovativ und natürlich im passenden skandinavischen Design. Einen kleinen Überblick dazu gibt es - sogar auf Deutsch - hier: Aarhus 2017.


Marlene

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Mein Kommentar: Fahrradgeschichten aus Dänemarks Radelmetropole werden niemals langweilig. Erst recht nicht, wenn so tolle Bilder dabei sind. Ganz herzlichen Dank an Marlene

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Habt ihr auch irgendwas von irgendwo rund ums Fahrrad zu zeigen oder zu erzählen? Ihr seid herzlich eingeladen, bei world wide wheeling mitzumachen. Zeigt in einem Gastbeitrag, was ihr rund ums Radfahren irgendwo auf dieser Welt gesehen oder erlebt habt! Viele Fahrräder oder einzelne Szenen - ganz egal! Ich freue mich über Radelgeschichten aus aller Welt. Meldet euch einfach per Mail: diefahrradfrau@gmail.com

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diefahrradfrau

world wide wheeling - Mexiko

Montag, 6. Juni 2016

world wide wheeling - das steht für Fahrradgeschichten aus aller Welt, die hier von Gastbloggern erzählt werden. Über vierzig Beiträge gab es schon, ein paar davon auch von mir (obwohl ich gar nicht so der Reisevogel bin ...) und im aktuellen Beitrag zur virtuellen Weltfahrradtour kommt erstmals ein Leser ohne Blog zu Wort:
In mehreren Mails erzählte mir Pitti von seinen Eindrücken rund ums Radfahren in Mexiko.

Fahrradimpressionen aus Mexiko



Von 2000 bis 2002 wohnte er in Puebla, arbeitete dort als Deutschlehrer bei VW. 



Von seinem ersten Honorar kaufte er sich ein indisches Fahrrad, mit dem er an den Wochenenden durch die Stadt fuhr und Eindrücke sammelte.



Wenn man bei VW arbeitet, darf natürlich der Käfer in der Bildersammlung nicht fehlen!



Damals nutzte Pitti noch seine Spiegelreflexkamera, die analogen Bilder vermitteln eine interessante Stimmung ...



Eines seiner Lieblingsmotive war der Popocatépetl und der daneben liegende Ixtaxxíhuatl. Diese und den näher liegenden "Malinche" oder "Malintzi" konnte er sehr gut vom Dach seines Hauses im Norden der Stadt sehen. Bei sehr guter Sicht konnte er auch den Pico de Orizaba sehen.

Zweimal war Pitti nach seiner Zeit als Deutschlehrer bei VW wieder zu Besuch in Mexiko ...


In Huamantla erlebte er eine große Prozession, zu der die Straßen alljährlich sehr aufwändig gestaltet werden.



Jede Straße wird von den jeweiligen Anwohnern in eigenem Stil geschmückt. Es kommen sehr viele Schaulustige, nicht so sehr wegen der Prozession, sondern vor allem, um diese Straßengestaltungen zu sehen. 



Die Besucher müssen sich dabei auf den engen Fußwegen entlangdrängeln, die Prozession schreitet später auf der Straße entlang und zerstört dabei die üppige Pracht. 



Es ist üblich, zu solchen Veranstaltungen zu pilgern. 



In Mexiko, wo die Entfernungensehr groß sein können, kommen ganze Dörfer (nur die Burschen) auf Fahrrädern, von einem LKW begleitet. Die größte Prozession findet im Dezember statt zur Virgen de Guadalupe in Mexiko-Stadt. Dabei fahren die Pilger auf der Autobahn, was immer wieder für schwere Unfälle sorgt.



Abschließend noch ein paar Straßenimpressionen aus Mexiko - natürlich mit Fahrrad:



Ein zur Zeit fahruntüchtiges Transportvehikel ...




... bunte Stapelräder ...



... und der Laden von Rabanito Diaz 
im Zentrum von Puebla. Rabanito ist ein ehemaliger Radrennfahrer, der nach Beendigung seiner Karriere seinen Laden aufgemacht hat. Jetzt führt ihn sein Sohn.



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Ein herzliches Dankeschön an Pitti für die interessanten Fahrradimpressionen aus Mexiko! 

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Habt ihr auch irgendwas von irgendwo rund ums Fahrrad zu zeigen oder zu erzählen? Ihr seid herzlich eingeladen, bei world wide wheeling mitzumachen. Zeigt in einem Gastbeitrag, was ihr zum Fahrradthema irgendwo auf dieser Welt gesehen und erlebt habt! Viele Fahrräder oder einzelne Szenen - ganz egal! Ich freue mich über Radelgeschichten aus aller Welt. Meldet euch einfach per Mail: diefahrradfrau@gmail.com

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