anderthalb Vogelgeschichten

Mittwoch, 27. Mai 2015

erste Geschichte:
Auf unserer Terasse steht ein Regal, direkt neben der Tür.
Ganz oben drauf liegen ein paar zu klein gewordene Kinderfahrradhelme. Und einen dieser Helme hat sich ein Rotkehlchenpaar zum Nistplatz erkoren. 
Ehrlich! Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie wir gestaunt haben, als wir Ende März von unserer Tour zurück kamen und das halbfertige Nest im Fahrradhelm bemerkten. Die Piepmätze hatten sich während unserer Abwesenheit das (sonst nicht immer) ruhige Plätzchen zum Nistbau ausgesucht, ließen sich aber auch nach unserer Rückkehr kein bisschen stören und bauten fleißig weiter.



Klar, dass wir die Terasse vorübergehend zum Vogelschutzgebiet erklärten und das emsige Hin- und Herfliegen von drinnen beobachteten. Fast zwei Wochen lang (!) wurde am Nest gebaut, dann begann das Weibchen zu brüten, das Männchen brachte Futter heran.



Ganz vorsichtig habe ich mal herangezoomt, aber sie hat mich sofort bemerkt. Nicht so ein tolles Bild, aber lieber in Ruhe lassen ...


Oh, war das eine Freude, als wir zum ersten Mal die Jungvögel piepsen hörten. Zunächst ganz, ganz leise. Dann immer lauter, besonders wenn die Eltern mit Futter zum Nest kamen.



Und jetzt wird´s traurig.
Nach ein paar Tagen entdeckte ich zwei Vogelbabys außen am Nestrand, später noch ein drittes. Die Eltern flogen jedoch weiterhin und brachten Futter zum Nest. Aber dann - ausgerechnet! - wurde direkt über unserer Terasse eine Wohnung renoviert und es liefen den ganzen Tag alle möglichen Maschinen. Dieser Höllenlärm war einfach zuviel für die Rotkehlchen, sie kamen nicht mehr. Wir warteten tagelang, dann sahen wir ins Nest und fanden drei winzige Vögelchen. So schade.

zweite Geschichte:
Wieder Rotkehlchen, wieder ganz nah bei uns am Haus. Ich war draußen im Garten, als ich bemerkte, wie sie immer wieder an mir vorbeiflogen. Stundenlang. Und dann ... - aaahhh, die Fenster standen ja offen! Die Rotkehlchen flogen ins Kinderzimmer!



Was sie dort wohl machten? Als ich hineinkam, saß eins im Fensterrahmen und das andere flatterte munter im Zimmer herum.
Überall lagen Moosstückchen, trockene Blätter und anderes Nestbaumaterial verteilt. Unglaublich: ein halbfertiges Vogelnest im Spielzeugregal!



Als ich die Fenster schloss und damit die Baumaßnahme beendete, konnten das die beiden Vögelchen natürlich nicht verstehen. Sie flogen noch eine ganze Weile dort herum, setzten sich immer wieder auf die Mauer vor dem Fenster und schauten mich so fragend an - oooch ... 


Nun ist diese Geschichte nur eine halbe, weil ich nicht weiß, wie sie weiterging. Ich hoffe, dass die Rotkehlchen ein sicheres Brutplätzchen gefunden haben. 


Bis bald!
diefahrradfrau

Kommentare:

  1. Ooh ,so schade.Wie traurig.So ein Mist mit den Baumaßnahmen.
    Das Zimmer hätte ich für 3 Wochen geräumt und im Wohnzimmer kampiert...
    LGKatja

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  2. Ach nee, wie mans macht, gehts schief.....
    Das Leben da draussen kann ganz schön hart sein....
    Herzlichst
    yase

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  3. Ach menno...Naja...hier haben die Vögel mal in einem ausrangierten Vogelhaus (weil kaputten Vogelhaus) auf dem Fensterbrett gebrütet...und dann kam der Nachbarsjunge während unserer Abwesenheit und wollte unbedingt ins Häuschen gucken...Mist. LG Lotta.

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  4. Solch Rotkelchen hatten wir auch mal im Garten, sie haben dann in den Vogelhäuschen, welche wir an die Werkstatt gehängt hatten, gebrütet. Aber leider haben sie nicht die Rechnung mit unseren beiden Hunden gemacht! Die dulden leider keine hüpfenden Jungvögel im Garten. :( Auch Amseln gehören zu den jagbaren Tieren!
    Leider!
    LG Petra

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  5. Wir hatten mal Rotschwänzchen im Badschrankregal. War auch blöd, mussten auf die Benutzung des Badezimmers verzichten. Aber was tut man nicht alles.....Von der Duschwand runter haben sie dann das Ausfliegen gelernt....ein Dreck ohnegleichen....aber trotzdem irgendwie schön.
    LG Smilla

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  6. Ach du je, welch ein Drama :(
    Aber die Rotkehlchen scheinen Euch sehr zu mögen!
    LG, von Annette

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  7. Wirklich schade.. :( Rotkelchen sind aber wirklich sehr hübsche Vögel!

    http://mtrjschk.blogspot.de/

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  8. Ohje! Das ist ja eine richtig tragische Vogelgeschichte!
    Hätte man die Kinder nicht vorrübergehend in den Garten (oder in die Fahrradhelme,haha) umsiedeln können? :D

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  9. Oh, wie traurig... Dabei fing die erste Geschichte so traumhaft an...
    Bei der zweiten musste ich schon ein wenig schmunzeln :-)
    Liebe Grüße,
    Frauke

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  10. Bei uns wollte mal eine Taube im Bücherregal der Kinder nisten und hat den Platz heftig verteidigt. Anscheinend haben Kinderzimmer eine besondere Anziehungskraft… liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

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  11. rotkehlchen sind wirklich großartig! sie suchen sich immer die merkwürdigsten nistplätze aus. bei uns mal in einer grabegabel, die am schuppen hing.. leider endet das ja nicht immer gut, wie man bei eurem fahrradhelm sieht. schade! aber ich bin sicher, familie rotkehlchen wird ein neues nest bauen!
    liebe grüße, mano

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  12. Was für tolle Bilder, wenn auch eine eher traurige Geschichte.:( Ich hoffe auch, dass die Rotkehlchen ein sicheres und ruhiges Brutplätzchen gefunden haben.

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Vielen Dank für deinen Kommentar!