Stadt-Land-Rad: Erlebnistour in Essen

Mittwoch, 21. Mai 2014

Stadt-Land-Rad - diese Überschrift steht für Gastbeiträge, in denen Blogger zeigen, wo sie so herumradeln, was es links und rechts ihrer Radwege zu sehen gibt und wo sie sich mit dem Rad zuhause fühlen: Blogger zeigen ihre Radelheimat.

Katharina nimmt uns mit auf eine Erlebnistour im Essener Norden:



Früher, als ich noch im Duisburger Vorort gewohnt habe, bin ich wirklich viel Rad gefahren und mindestens zwei mal am Tag zum Bahnhof und wieder zurück. Auch so in meiner Freizeit bin ich gefahren und oft auch um einfach irgendwo hinzukommen, da gab es ja keine U-Bahn, ein Auto hatte ich auch nicht.
Nun wohne ich im Essener Norden, in Altenessen. Im ersten Frühling hier dachte ich, es wäre vielleicht eine schöne Idee, mit dem Rad zur Uni zu fahren - das war dann nicht so eine schöne Erfahrung! Ich musste super viel über extrem stark befahrene Straßen fahren und gerade morgens in Essen sind auch die Autofahrer nicht gut drauf und nicht gerade tolerant gegenüber Radfahrern.
Ganz viel stand ich mit Autos vor Ampeln. Zusätzlich musste ich an der am stärksten emissionsbelasteten Straße von ganz Essen lang. Da musste ich immer echt aufpassen, nicht überfahren zu werden. Das beste an der Straße ist, dass wenn man da auf dem Bürgersteig fährt, neben sich vier Fahrbahnen voll mit Autos, dann kommt da ein Schild „Fahrradfreundliche Stadt in NRW“ - jeden Morgen habe ich mich darüber geärgert!

Als dann jetzt im März gutes Wetter war hatte mein Freund Lust Rad zu fahren. Wir sitzen beide an unserer Masterarbeit und bewegen uns eher weniger im Moment. ;) Nach ein bisschen Suchen sind wir im Internet auf die Essener Radrouten gestoßen. Ich war skeptisch muss ich sagen...
Die Route Nord läuft aber praktisch an meiner Haustür vorbei und so haben wir es mal ausprobiert.




Man fährt durch den Kaiser-Wilhelm-Park, wo es einen See (naja, eher Teich..) gibt, an dem in letzter Zeit einige kleine Enten und Gänse geschlüpft sind. Außerdem beobachten wir seit einiger Zeit einen Storch, der immer wieder zu dem See zurückkommt :)


Wenn man der Route folgt, kommt man zum Wahrzeichen von Essen: der Zeche Zollverein. Der Weg bis dahin ist gar nicht weit, mir war gar nicht bewusst, wie nah ich an der Zeche wohne.




Radtauglich ist der Weg auch, teilweise musste man an kleinen Straßen entlang und über diese Brücke:



Das war aber alles okay. An der Zeche selber ist es echt schön, überall neue Gehwege, man kann auch gut was essen und trinken und sich einiges anschauen! :) Es gibt sogar eine extra App für die Zeche Zollverein und es gibt dort Ausstellungen und jede Menge zu tun :)




Weiter ging es auf einem echt ganz netten Weg, nur für Radfahrer und Fußgänger und alles sehr grün. Und was mir besonders aufgefallen ist: selbst für einen Samstag war es echt leer! 




Also weiter auf der Route Nord, man kommt an einigen Stellen vorbei, an einer Moschee (der Fatih Moschee) und an einer Arbeitersiedlung. Ein Trödelmarkt war auch auf der Strecke, aber ich konnte meinen Freund nicht überzeugen. Der Taubenzüchterverein hatte auch irgendein Fest, alles ganz lustig zu sehen :).


Schlussendlich führt der Weg zur Schurenbachhalde, Halden gibt es ja hier ein paar! Wir sind mal hochgefahren (okay, ich habe mit hochrotem Kopf hochgeschoben ;) ) 


Eine schöne Aussicht hat man schon da oben und ein Denkmal gibt es, an dem sich eine Menge Leute verewigt haben. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Dany's Weight-Loss Tour, die Dany war anscheinend einige Male oben, jedes Mal hat sie einen Strich gemacht ;)



Wieder unten ist eigentlich kein Abstecher zum Rhein-Herne-Kanal in der Route vorgesehen, aber wir sind trotzdem mal vorbeischauen gegangen.




An dem Kanal befindet sich direkt das Amphitheater von Gelsenkirchen. Die letzten paar Jahre waren wir da bei einem Festival, das ist echt eine tolle Kulisse kann ich euch sagen! Schwimmen war ich auch schonmal in dem Kanal, aber das ist eine andere Geschichte.
Diesmal haben wir uns nur kurz gesetzt, mein Freund hat ein paar Fotos gemacht - unter anderem von mir in meinen neuen, zum Rad passenden Shirt ;)



Zurück auf der ursprünglichen Route ging es noch ein bisschen durch Altenessen und schlussendlich zur Zeche Carl. Da gibt es einen wirklich netten Biergarten mit echt guten Preisen für Essen auch! Hatte aber leider nicht auf, erst abends, war wohl noch zu früh im Jahr!




Von der Zeche aus ging es dann zurück zu mir, das ist nicht sehr weit mehr :) Insgesamt waren wir bestimmt so 3 bis 4 Stunden unterwegs, wir haben viel geguckt und zwischendurch viele Pausen gemacht!
Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Essen mich doch noch radmäßig umstimmt, aber mir hat die Route echt gefallen. Es gab super viel Grün, viel zu sehen und vor allem: wenig Menschen :)





Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir die Tour gefahren sind. Mein Freund ist sie sogar nochmal gefahren, nur um mehr Fotos für euch zu machen! Also genießt sie und wenn ihr mal mit dem Rad nach Essen kommt, dann nehmt die Route Nord - es lohnt sich :)

Viel Spaß dabei und danke für's Lesen!

Katharina

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Vielen Dank an Katharina für den wunderbaren Bericht, der einmal mehr zeigt, dass sich gerade in der Stadt oft ungeahnte Möglichkeiten bieten - mit dem Rad und abseits vom Verkehrschaos. Wer hätte in Essen so viel Grün erwartet?


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Habt ihr auch Lust, eure Radelheimat hier bei Stadt-Land-Rad vorzustellen? Eure Lieblingsstrecke, Ausflugsziele oder den täglichen Weg zum Job oder was auch immer - zeigt uns, wo ihr so rumradelt! Alle Infos zu dieser Mitmachsache findet ihr hier


eine Mitmachsache für alle, die gern Rad fahren


Wenn ihr Fragen oder Ideen habt, schickt mir einfach ne Mail: diefahrradfrau@gmail.com


Bis bald!
diefahrradfrau

Kommentare:

  1. Oh wie schön! Ein paar Gegenden kommen mir sogar bekannt vor. Da bin ich bestimmt selbst schon mal lang geradelt :-)
    Liebe Grüße,
    Frauke

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  2. Als wir Urlaub in Essen machten, haben wir auch eine Radtour gemacht und uns gewundert, dass wir fast nur im Grünen radelten. Nun, da ich Deine Bilder sehe, denke ich, wir hätten das Auto stehen lassen sollen und mehr mit dem Rad entdecken. Man hat einen ganz anderen Blick auf die Umgebung.
    Schön ist es bei Euch und interessant und immer wieder voller Überraschungen.
    Lieben Gruß von Sabine

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