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Stadt-Land-Rad: Köln - ... und eine Gewinnerin

Sonntag, 9. November 2014

Unterwegs in Köln - ein Gastbeitrag von Katrin in der Reihe Stadt-Land-Rad:

Den Rhein entlang 



Egal, zu welcher Tages- oder Jahreszeit, der Rhein ist immer wunderschön; 
und deshalb setze ich mich so oft es geht aufs Rad und fahre ihn hoch 
oder runter. Man braucht nicht auf Wegzeichen achten, denn solange man 
den Rhein in Sichtweite hat, kann nichts schief gehen ... 
Direkt am Kölner Hauptbahnhof kann man sich Fahrräder leihen (am 
Hintereingang). Es gibt auch geführte Fahrradtouren durch Köln, aber der 
Rhein lockt auch so ... die Kölner unterscheiden zwischen der richtigen 
(linken) und falschen (rechten) Rheinseite, aber für mich ist es ganz 
einfach: Das Ufer, das gerade im Sonnenschein liegt, ist die richtige Seite, 
und eine der vielen Brücken Kölns führt einen jederzeit auf die andere 
Seite. Diesmal, an einem Spätsommerabend, rheinaufwärts Richtung 
Zündorf. Vom Bahnhof aus hin und zurück etwa 2 1/2 Stunden ... 



Diesmal also auf der rechten Rheinseite, mit Blick auf die Kranhäuser, 
noch relativ neue architektonische Wahrzeichen Kölns in der renovierten 
Speicherstadt. Vorbei an einem kleinen Hafen mit leuchtendrotem 
Feuerwehrboot - und immer weiter. 



Ziel ist die 'Zündofer Groov', eine kleine Binneninsel mit Spazierwegen 
unter wunderschönen alten Bäumen - und übrigens auch jeder Menge 
Restaurants und Biergärten am Yachthafen für einen stillen Sommerabend 
am Wasser. 




Wer nicht denselben Weg zurückfahren will, kann anschließend die kleine 
Fähre nehmen, die einen in wenigen Minuten einfach direkt auf die andere 
Seite des Rheins bringt (die Kölner mögen es gerne schnörkellos und 
unkompliziert). Eines dieser Boote heißt das 'Krokodil', weil es vorne seine 
Klappe aufreißen und Fahrgäste und Fahrräder aufnehmen kann. 



Und dann zurück, Richtung Dom, immer am Rhein entlang und an riesigen 
Tankern vorbei, die gemächlich Richtung Holland schippern. Vorsicht: 
Fernwehgefahr! 



Hier hat der Rhein übrigens richtigen Sandstrand in vielen kleinen 
Buchten, und im Sommer wird gegrillt, gebadet, gelacht und gefeiert. 


Wer in Zündorf noch nichts gegessen - oder einfach Lust auf ein weiteres 
Kölsch - hat, steigt bei der 'Alten Liebe' oder einem der anderen 
Restaurantschiffe noch einmal vom Fahrrad und lässt hier den Abend 
ausklingen. Der Dom im Hintergrund weist immer den Weg zurück, auch 
nach einem Kölsch zuviel. 




Katrin

*

Ganz lieben Dank, Katrin, für diesen schönen Beitrag und die wunderbaren Bilder!
Erinnert ihr euch, dass es hier kürzlich schonmal was von Katrin gab? Da habe ich euch die tollen Kerzenständer aus Fahrradschrott gezeigt, die sie gemeinsam mit ihrer Freundin Ellen herstellt und von denen ich einen hier verlosen durfte ...


Und nun mach ich´s gar nicht spannend, sondern sage euch direkt, wer gewonnen hat. Tadaaa: Birgitt darf sich über eines dieser Unikate freuen. 
Herzlichen Glückwunsch!

Bis bald!
diefahrradfrau

Stadt-Land-Rad: Ich, mein Fahrrad und die Stadt

Mittwoch, 5. November 2014

Unterwegs in Berlin - ein Gastbeitrag von Andrea in der Reihe Stadt-Land-Rad:


Ich, mein Fahrrad und die Stadt


Ohne Fahrrad würde es in meinem Kopf drunter und drüber gehen. Dieses Ding auf zwei Rädern, sorgt immer wieder dafür, dass ich durchatmen kann.
Dann ist es auch egal, im dicksten Feierabendverkehr durch die Stadt zu strampeln. Wenn ich von meiner Arbeit nach Hause fahre, komme ich an ziemlich vielen interessanten Ecken vorbei. Da ist zum Beispiel das Baerwaldbad. Das ist ein Schwimmbad, das 1901 eröffnet wurde. Und  die Schwimmhalle, in der ich schwimmen gelernt habe. Ich bin nämlich in Kreuzberg groß geworden. Allerdings bin ich als Kind noch nicht so viel Rad gefahren.
Wenn ich weiterstrample, komme ich, nicht direkt aber beinahe an der Marheinekehalle vorbei. Da war ich auch schon, als ich klein war, mit meiner Mama Wurst und Käse kaufen. Nur zu der Zeit war das alles nicht so schick. Da hatten die Häuser noch Einschusslöcher und es sah für uns Kinder immer so aus, als wäre der Krieg gerade erst vorbei. Das war so 1970.
Weiter über die Gneisenaustraße. Den Mehringdamm kreuzen, aahh ja, da ist Mustafas Gemüsedöner. Dort soll es den besten Gemüsedöner weit und breit geben. Ich habe ihn noch nie probiert - guckst du, warum nicht…



Weiter, ich will ja mal nach Hause. Am Kreuzberger Rathaus vorbei. Nicht weit davon komme ich an einem Konditor vorbei, der legendäre Torten und Kuchen backt. An Sonntagen kann die Schlange vor Mr. Minsch seinem Laden schon mal 10 Meter betragen. Die Torten sollen ja ein Traum sein.




Unter den Yorkbrücken…
Radwege auf Fußgängerwege reduziert, keifende Berliner, die zu Recht meckern. Was kann ich denn dafür? Die haben doch meinen Radweg so verlegt. Ach Mist, schon wieder eine Absperrung! Manchmal habe ich das Gefühl, die hätten es am liebsten, wenn wir unsere Räder auf den Rücken nehmen.



Unter den Brücken komme ich am Gleisdreieckpark vorbei. Auf diesem Gelände gab es einen Güter - und Ladebahnhof, wo die Waren für die Berliner auf Karren und Laster verladen wurden. Lange Jahre war das Gelände verwahrlost. Und nun haben die einen super Park daraus gemacht. In diesem Park findet man überall historische Relikte, die in das Grün eingewachsen sind. Übrigens kann man hier richtig super verweilen, piknicken, radfahren, skaten… Und einmal im Jahr gibt es das RadioEins Parkfest - sehr zu empfehlen.



Ach, ich wollte doch nach Hause...
Gleich fahre ich unter dem Sozialpalast (eigentlich das Pallaseum, der Berliner gibt Gebäuden gerne Spitznamen) durch.



Dort stand früher mal der Sportpalast. Dann kommt der Winterfeldplatz. Am Wochenende einer der größten Wochenmärkte in Berlin. In den Achtzigern sind hier eine Menge Steine geflogen und ein Großteil der alten heruntergekommenen Häuser war besetzt. Die Besetzer von damals sind inzwischen gediegene Mittelständler und wohnen teilweise immer noch hier.




Ich muss mich jetzt aber wirklich sputen, in dieser Jahreszeit wird es schnell dunkler. Gut, dass ich meine Warnweste anhabe. Ich werde jetzt noch ein ganzes Stück die Straße hoch fahren. Ja auch in Berlin gibt es ordentliche Steigungen, keine echten Berge, aber immerhin.
Mann, schon wieder so einer, der in die falsche Richtung auf meinem Radweg unterwegs ist. Nachts hat der dann bestimmt auch wieder kein Licht an!
Wie gesagt, ich brauche das Radfahren, um frei im Kopf zu werden. Weshalb ich jetzt aber wirklich los muss. Wir sehen uns …

Andrea

*

Herzlichen Dank Andrea, dass wir dich auf deinem Radweg begleiten durften! Der Beitrag passt wunderbar in die kleine Berlin-Fahrrad-Serie, die in Zusammenarbeit mit MiMA gestartet wurde und zu der hier auf bikelovin bereits mehrere Beiträge erschienen sind: hierhier und hier findet ihr Berliner Radgeschichten.
Und bei MiMA geht´s heute weiter in Bowies Radspuren: 
Indre zeigt die verrufensten 300 Meter der Potsdamer Straße.

Übrigens: für die Fortsetzung dieser Berlin-Fahrrad-Tour würde ich mich über weitere Radelbeiträge aus Berlin sehr freuen.
Berliner RadlerInnen - wo seid ihr? 
Meldet euch gern per Mail an diefahrradfrau@gmail.com
Ich bin gespannt!

Bis bald!
diefahrradfrau

Stadt-Land-Rad: Berlin by Bike

Mittwoch, 8. Oktober 2014

...und weiter mit dem Rad auf Bowies Spuren

Heute gibt´s gleich zwei Gastbeiträge - und zufällig beide aus Berlin. Viel zu lesen, viel zu gucken. Darum nicht so viel Gequatsche von mir, sondern gleich zur Sache - Berlin im Doppelpack:

Zunächst zeigt Anne-Marie in der Reihe Stadt-Land-Rad, mit welchen Tücken Radfahrer in Berlin rechnen müssen ...


BERLIN BY BIKE

Radfahren in Berlin kann schon eine Herausforderung sein.

Erstens muss einem das Fahrrad erhalten bleiben, was nicht immer einfach ist. Diebstahl und mutwillige Zerstörung sind die hinderlichen Vorkommnisse, die es zu vermeiden gilt. Seit mein nigelnagelneues Fahrrad, das ich mir vor einigen Jahren gönnte, nur ca. 2 Wochen lang in meinem stolzen Besitz verweilte, habe ich nur noch Fahrgefährte, die sowohl 2 Räder als auch 2 Hände haben... Second Hand nennt sich das im Volksmund ... LOL

Mein als Fidel-Marcel getauftes, pinkes Mädchenfahrrad war das erste verfügbare Exemplar in meiner Größe beim Second-Händler meines Vertrauens. Die Gangschaltung ließ zu wünschen übrig, der Fahrradkorb war schon kurz vorm Durchrosten und das gute Teil fühlte sich an, als wäre es mit Blei versetzt. Wäre jetzt nicht meine erste Wahl gewesen, aber ich war jung und brauchte ein Fahrrad... Einen Vorteil hat das aparte Teilchen zudem: Keiner klaut es! Also, Hürde 1 überwunden...

Hürde 2 sind die Berliner Verkehrsbedingungen, die starke Nerven erfordern.
Fahrradwege sind häufig zugeparkt, fehlen gänzlich oder führen an Bushaltestellen vorbei. Letzteres ist ein Spießrutenlauf, wenn der Bus leider genau das gleiche Tempo hat wie man selbst und man somit alle paar Minuten Slalom auf dem Radweg fahren darf oder sogar komplett zum Stillstand kommt. Nimmt man Nebenstraßen, in der Hoffnung, diese Probleme zu umgehen, dann gibt es andere Herausforderungen. Nebenstraßen haben oft den Nachteil mit Kopfsteinen gepflastert zu sein, wovon ich meist nach 2 Sekunden schon eine (gefühlte) Gehirnerschütterung bekomme. In den östlichen Stadtteilen muss man sogar aufpassen, dass man nicht in den Straßenbahnschienen hängen bleibt.



Hat man dann eine Straße, auf der man gut fahren kann, dann sind wiederum rücksichtslose Autofahrer an der Tagesordnung. Abstand halten? WAS ist DAS? Gucken, ob ein Fahrrad gerade vorbeifährt, während man die Autotür aufmacht? Niemals! Aber auch andere Fahrradfahrer können einem ganz schön auf den Keks gehen. Stellen Sie sich an einer roten Ampel in Berlin immer so weit wie möglich rechts zum Straßenrand hin (falls da nicht gerade ein Auto steht). Bleiben auch nur 2cm Platz zum Rechtsüberholen, dann wird dieser Platz garantiert von einem sogenannten Kampfradler mit Rot/Grün-Schwäche und/oder Missachtung der Ampelfarbe ausgenutzt. Herzkasper garantiert! Radwege werden zudem gerne von Geister(rad)fahrern genutzt, die das Gesicht nach unten gerichtet haben (Smartphone-Sucht), also hier auch: Augen auf und nicht auf das Recht beharren, auf der richtigen Seite zu sein, wenn man nicht bald am Boden liegen möchte.

Hürde 3: Ampeln. Es gibt davon viele. Und sie sind auf Autofahrer ausgerichtet. Eine grüne Welle für Radfahrer gibt es nicht, wird es auch nie geben. Und es steht garantiert eine ganze Gruppe Kindergartenkinder auf der gegenüberliegende Straßenseite, wenn Sie die Rotphase haben, so dass bei Rot herüberfahren, wenn gerade eh weit und breit kein Auto zu sehen ist, aus erzieherischen Gründen nicht in Frage kommt. Es sei denn, man hat keine Angst davor, von den Erzieherinnen gelyncht zu werden. Problemlösung: Vorausschauend fahren. Schnell, wenn die Grünphase in der Ferne noch anhält, langsam wenn die Rotphase noch weilt. Und sich nicht ärgern, wenn's nicht klappt, weil die Wahrscheinlichkeit, dass DAS klappt sowieso gen Null tendiert.

Hürde 4: Menschenmassen.
Berlin ist nun mal eine Großstadt. Wenn man seine Ruhe haben will, muss man aufs Land herausfahren oder ein paar Stellen kennen, wo man gut radfahren kann. Ich werde mich schwer hüten, alle meine Geheimtipps auszuplaudern, aber eine Stelle verrate ich euch gerne: Es ist das Flughafengelände. Nicht IRGENDein Flughafengelände, sondern das neue Fahrradfahrerparadies am Tempelhofer Feld. Um hierher zu finden, überwindet man gerne alle 4 eben genannte Hürden und wäre sogar bereit, noch weitere auf sich zu nehmen!



Vrrrrrrrrrooooooooooooaaaaaaaaaaam... Wo man früher an den Startbahnen gestanden hat, um zuzuschauen wie die Flugzeuge aufsteigen, kann man nun auf der anderen Seite des Zauns am ehemaligen Flughafen Tempelhof immer noch Fluggeräusche hören. Sie sind aber leiser geworden, denn statt Flugzeugen sind es Drachen, die in der Luft weit oben surren, Rollschuhe, Skateboards oder eine Mischung aus alledem, mit vom Wind erzeugten Schallwellen... Keine Ahnung, wie die Teile heißen, die wie Fallschirme mit Rädern drunter aussehen. Sie sind wohl gerade der absolute Renner auf dem Flughafengelände und schwirren wie rollende Engel in Bodennähe umher.

Das Tempelhofer Feld ist meine neue Oase in Berlin. Es ist riesig. Es ist grün. Es ist weitsichtig. Innerhalb einer Großstadt so eine Sicht wie im Umland zu haben, ist einfach traumhaft. Die Autos hört man nur ansatzweise. Eher schallen Kinderstimmen übers Feld oder man hört den Traktor, der die Wiesen mäht, das Gras zu Heuballen bündelt und zu riesigen Trockengrasmauern auftürmt. Ich liebe es, bei schönem Wetter auf einem dieser Heuballen zu liegen und mich mitten in der deutschen Hauptstadt wie auf einer einsamen Insel zu fühlen.



Das Tempelhofer Feld ist zwar kein wirklicher Geheimtipp mehr. An schönen Tagen sind hier sehr viele Leute unterwegs, aber aufgrund der Weitläufigkeit des Felds verteilen sich die Menschenmassen sehr gut. Die Fußgänger türmen sich an Sommertagen auch nur an den Eingängen, wo sich die ausgewiesenen Grillplätze und Hundeauslaufgebiete befinden. Mit dem Fahrrad kommt man dagegen zu den ruhigeren Stellen, an denen man sich wunderbar entspannen, den Turmfalken beim Jagen zusehen und die Haare im Wind wehen lassen kann. Mit einem erholten und friedfertigen Gefühl, so dass man wieder gewappnet ist für die gnadenlosen Ampelschaltungen und die gewohnte Kampfumgebung im Berliner Straßenverkehr, kehrt man dann wieder zum Alltag in der Großstadt zurück.
Anne-Marie


***

Ganz lieben Dank an Anne-Marie für diesen Beitrag, der humorvoll- kritische Blick auf ´s Radfahren in Berlin gefällt mir richtig gut! 
Und ist eine tolle Ergänzung zu der Serie, in der uns Indre seit letzter Woche mitnimmt auf eine besondere Tour - auch per Fahrrad und auch in Berlin. Aber aus einem ganz anderen Blickwinkel: Nachdem Indre entdeckt hatte, dass David Bowie vor rund 37 Jahren fast täglich dort mit dem Rad unterwegs war, wo sie nun selbst zur Arbeit radelt, begann sie zu recherchieren. Ich finde es beeindruckend und total spannend, wie sie die Tour de Berlin zu einer Tour de Temps macht ...


Letze Woche gab es hier den ersten Teil auf Bowies Spuren, heute geht es bei Indre um einen Vergnügungstempel, der zur Wohnmaschine wurde.
***

Habt ihr auch Lust, eure Radelheimat hier bei Stadt-Land-Rad vorzustellen? Eure Lieblingsstrecke, Ausflugsziele oder den täglichen Weg zum Job oder was auch immer - zeigt uns, wo ihr so rumradelt! Und vielleicht finden sich ja noch mehr Berlin-Blogger, die mitmachen möchten. Ich find's nämlich superinteressant, die gleichen Radwege mit ganz unterschiedlichen Ansätzen vorzustellen. 
Alle Infos zu dieser Mitmachsache findet ihr hier


eine Mitmachsache für alle, die gern Rad fahren


Wenn ihr dabeisein wollt, schickt mir einfach ne Mail: diefahrradfrau@gmail.com


Bis bald!
diefahrradfrau

Stadt-Land-Rad: Rheinland

Freitag, 23. Mai 2014

Stadt-Land-Rad - diese Überschrift steht für Gastbeiträge, in denen Blogger zeigen, wo sie so herumradeln, was es links und rechts ihrer Radwege zu sehen gibt und wo sie sich mit dem Rad zuhause fühlen: Blogger zeigen ihre Radelheimat.

Diesmal zeigt uns Sonja Eindrücke von ihren Familientouren durchs Rheinland.

Ich freue mich sehr, dass ich bei Christiane's Aktion "Stadt-Land-Rad" mitmachen darf! Wir sind sehr gerne mit den Rädern unterwegs - am liebsten hier im Rheinland. 



Mit unseren beiden Mädels sind Radtouren eine mittlere Herausforderung, denn die Touren müssen immer an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden. Das große Mädchen fährt gerne und ausdauernd Rad, allerdings ist sie noch nicht ganz so schnell und sicher (und sie braucht die Motivation, dass irgendwo ein Picknick und am besten auch ein Spielplatz auf sie wartet), Touren sollten also nicht zu lange dauern.



Das kleine Mädchen fährt im Anhänger mit, noch in einer speziellen Hängematte. Wenn wir die Tour zeitlich gut planen, schläft sie im Anhänger ein und wir können entspannt fahren. Bei längeren Touren müssen wir entsprechend Essen einpacken und sie muss zwischendurch Krabbeln und Spielen können.



Kleine Touren führen uns durch die Obstwiesen und Gemüsefelder, die um unseren Ort herum liegen. 


Tolle Ziele sind Höfe in der Umgebung, die neben einem Hofladen auch ein Café mit Spielplatz und Streichelzoo haben. 




Wenn wir mit dem Auto hochfahren, lassen sich entspannte Touren im Kottenforst machen, einem etwa 40 km² große Waldgebiet, das auf einer Hochebene in der Nähe von Bonn liegt und zum Naturpark Rheinland gehört.



Das große Mädchen fährt jedoch am liebsten in Rheinnähe. 




Perfekt sind für sie Touren, bei der wir mit der Fähre über den Rhein fahren, nach einigen Kilometern ein Eis essen und auf den Spielplatz gehen können...



Viele Grüße und frohes Radfahren!
Sonja


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Ganz lieben Dank an Sonja für deinen Beitrag, der sehr schön zeigt, dass es sich auch mit Kleinkindern entspannt radlen lässt. 


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Habt ihr auch Lust, eure Radelheimat hier bei Stadt-Land-Rad vorzustellen? Eure Lieblingsstrecke, Ausflugsziele oder den täglichen Weg zum Job oder was auch immer - zeigt uns, wo ihr so rumradelt! Alle Infos zu dieser Mitmachsache findet ihr hier


eine Mitmachsache für alle, die gern Rad fahren


Wenn ihr Fragen oder Ideen habt, schickt mir einfach ne Mail: diefahrradfrau@gmail.com


Bis bald!
diefahrradfrau

Stadt-Land-Rad: Erlebnistour in Essen

Mittwoch, 21. Mai 2014

Stadt-Land-Rad - diese Überschrift steht für Gastbeiträge, in denen Blogger zeigen, wo sie so herumradeln, was es links und rechts ihrer Radwege zu sehen gibt und wo sie sich mit dem Rad zuhause fühlen: Blogger zeigen ihre Radelheimat.

Katharina nimmt uns mit auf eine Erlebnistour im Essener Norden:



Früher, als ich noch im Duisburger Vorort gewohnt habe, bin ich wirklich viel Rad gefahren und mindestens zwei mal am Tag zum Bahnhof und wieder zurück. Auch so in meiner Freizeit bin ich gefahren und oft auch um einfach irgendwo hinzukommen, da gab es ja keine U-Bahn, ein Auto hatte ich auch nicht.
Nun wohne ich im Essener Norden, in Altenessen. Im ersten Frühling hier dachte ich, es wäre vielleicht eine schöne Idee, mit dem Rad zur Uni zu fahren - das war dann nicht so eine schöne Erfahrung! Ich musste super viel über extrem stark befahrene Straßen fahren und gerade morgens in Essen sind auch die Autofahrer nicht gut drauf und nicht gerade tolerant gegenüber Radfahrern.
Ganz viel stand ich mit Autos vor Ampeln. Zusätzlich musste ich an der am stärksten emissionsbelasteten Straße von ganz Essen lang. Da musste ich immer echt aufpassen, nicht überfahren zu werden. Das beste an der Straße ist, dass wenn man da auf dem Bürgersteig fährt, neben sich vier Fahrbahnen voll mit Autos, dann kommt da ein Schild „Fahrradfreundliche Stadt in NRW“ - jeden Morgen habe ich mich darüber geärgert!

Als dann jetzt im März gutes Wetter war hatte mein Freund Lust Rad zu fahren. Wir sitzen beide an unserer Masterarbeit und bewegen uns eher weniger im Moment. ;) Nach ein bisschen Suchen sind wir im Internet auf die Essener Radrouten gestoßen. Ich war skeptisch muss ich sagen...
Die Route Nord läuft aber praktisch an meiner Haustür vorbei und so haben wir es mal ausprobiert.




Man fährt durch den Kaiser-Wilhelm-Park, wo es einen See (naja, eher Teich..) gibt, an dem in letzter Zeit einige kleine Enten und Gänse geschlüpft sind. Außerdem beobachten wir seit einiger Zeit einen Storch, der immer wieder zu dem See zurückkommt :)


Wenn man der Route folgt, kommt man zum Wahrzeichen von Essen: der Zeche Zollverein. Der Weg bis dahin ist gar nicht weit, mir war gar nicht bewusst, wie nah ich an der Zeche wohne.




Radtauglich ist der Weg auch, teilweise musste man an kleinen Straßen entlang und über diese Brücke:



Das war aber alles okay. An der Zeche selber ist es echt schön, überall neue Gehwege, man kann auch gut was essen und trinken und sich einiges anschauen! :) Es gibt sogar eine extra App für die Zeche Zollverein und es gibt dort Ausstellungen und jede Menge zu tun :)




Weiter ging es auf einem echt ganz netten Weg, nur für Radfahrer und Fußgänger und alles sehr grün. Und was mir besonders aufgefallen ist: selbst für einen Samstag war es echt leer! 




Also weiter auf der Route Nord, man kommt an einigen Stellen vorbei, an einer Moschee (der Fatih Moschee) und an einer Arbeitersiedlung. Ein Trödelmarkt war auch auf der Strecke, aber ich konnte meinen Freund nicht überzeugen. Der Taubenzüchterverein hatte auch irgendein Fest, alles ganz lustig zu sehen :).


Schlussendlich führt der Weg zur Schurenbachhalde, Halden gibt es ja hier ein paar! Wir sind mal hochgefahren (okay, ich habe mit hochrotem Kopf hochgeschoben ;) ) 


Eine schöne Aussicht hat man schon da oben und ein Denkmal gibt es, an dem sich eine Menge Leute verewigt haben. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Dany's Weight-Loss Tour, die Dany war anscheinend einige Male oben, jedes Mal hat sie einen Strich gemacht ;)



Wieder unten ist eigentlich kein Abstecher zum Rhein-Herne-Kanal in der Route vorgesehen, aber wir sind trotzdem mal vorbeischauen gegangen.




An dem Kanal befindet sich direkt das Amphitheater von Gelsenkirchen. Die letzten paar Jahre waren wir da bei einem Festival, das ist echt eine tolle Kulisse kann ich euch sagen! Schwimmen war ich auch schonmal in dem Kanal, aber das ist eine andere Geschichte.
Diesmal haben wir uns nur kurz gesetzt, mein Freund hat ein paar Fotos gemacht - unter anderem von mir in meinen neuen, zum Rad passenden Shirt ;)



Zurück auf der ursprünglichen Route ging es noch ein bisschen durch Altenessen und schlussendlich zur Zeche Carl. Da gibt es einen wirklich netten Biergarten mit echt guten Preisen für Essen auch! Hatte aber leider nicht auf, erst abends, war wohl noch zu früh im Jahr!




Von der Zeche aus ging es dann zurück zu mir, das ist nicht sehr weit mehr :) Insgesamt waren wir bestimmt so 3 bis 4 Stunden unterwegs, wir haben viel geguckt und zwischendurch viele Pausen gemacht!
Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Essen mich doch noch radmäßig umstimmt, aber mir hat die Route echt gefallen. Es gab super viel Grün, viel zu sehen und vor allem: wenig Menschen :)





Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir die Tour gefahren sind. Mein Freund ist sie sogar nochmal gefahren, nur um mehr Fotos für euch zu machen! Also genießt sie und wenn ihr mal mit dem Rad nach Essen kommt, dann nehmt die Route Nord - es lohnt sich :)

Viel Spaß dabei und danke für's Lesen!

Katharina

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Vielen Dank an Katharina für den wunderbaren Bericht, der einmal mehr zeigt, dass sich gerade in der Stadt oft ungeahnte Möglichkeiten bieten - mit dem Rad und abseits vom Verkehrschaos. Wer hätte in Essen so viel Grün erwartet?


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diefahrradfrau