Ich, mein Fahrrad und die Stadt
Ohne Fahrrad würde es in meinem Kopf drunter und drüber gehen. Dieses Ding auf zwei Rädern, sorgt immer wieder dafür, dass ich durchatmen kann.
Dann ist es auch egal, im dicksten Feierabendverkehr durch die Stadt zu strampeln. Wenn ich von meiner Arbeit nach Hause fahre, komme ich an ziemlich vielen interessanten Ecken vorbei. Da ist zum Beispiel das Baerwaldbad. Das ist ein Schwimmbad, das 1901 eröffnet wurde. Und die Schwimmhalle, in der ich schwimmen gelernt habe. Ich bin nämlich in Kreuzberg groß geworden. Allerdings bin ich als Kind noch nicht so viel Rad gefahren.
Wenn ich weiterstrample, komme ich, nicht direkt aber beinahe an der Marheinekehalle vorbei. Da war ich auch schon, als ich klein war, mit meiner Mama Wurst und Käse kaufen. Nur zu der Zeit war das alles nicht so schick. Da hatten die Häuser noch Einschusslöcher und es sah für uns Kinder immer so aus, als wäre der Krieg gerade erst vorbei. Das war so 1970.
Weiter über die Gneisenaustraße. Den Mehringdamm kreuzen, aahh ja, da ist Mustafas Gemüsedöner. Dort soll es den besten Gemüsedöner weit und breit geben. Ich habe ihn noch nie probiert - guckst du, warum nicht…
Weiter, ich will ja mal nach Hause. Am Kreuzberger Rathaus vorbei. Nicht weit davon komme ich an einem Konditor vorbei, der legendäre Torten und Kuchen backt. An Sonntagen kann die Schlange vor Mr. Minsch seinem Laden schon mal 10 Meter betragen. Die Torten sollen ja ein Traum sein.
Unter den Yorkbrücken…
Radwege auf Fußgängerwege reduziert, keifende Berliner, die zu Recht meckern. Was kann ich denn dafür? Die haben doch meinen Radweg so verlegt. Ach Mist, schon wieder eine Absperrung! Manchmal habe ich das Gefühl, die hätten es am liebsten, wenn wir unsere Räder auf den Rücken nehmen.
Unter den Brücken komme ich am Gleisdreieckpark vorbei. Auf diesem Gelände gab es einen Güter - und Ladebahnhof, wo die Waren für die Berliner auf Karren und Laster verladen wurden. Lange Jahre war das Gelände verwahrlost. Und nun haben die einen super Park daraus gemacht. In diesem Park findet man überall historische Relikte, die in das Grün eingewachsen sind. Übrigens kann man hier richtig super verweilen, piknicken, radfahren, skaten… Und einmal im Jahr gibt es das RadioEins Parkfest - sehr zu empfehlen.
Ach, ich wollte doch nach Hause...
Gleich fahre ich unter dem Sozialpalast (eigentlich das Pallaseum, der Berliner gibt Gebäuden gerne Spitznamen) durch.
Dort stand früher mal der Sportpalast. Dann kommt der Winterfeldplatz. Am Wochenende einer der größten Wochenmärkte in Berlin. In den Achtzigern sind hier eine Menge Steine geflogen und ein Großteil der alten heruntergekommenen Häuser war besetzt. Die Besetzer von damals sind inzwischen gediegene Mittelständler und wohnen teilweise immer noch hier.
Ich muss mich jetzt aber wirklich sputen, in dieser Jahreszeit wird es schnell dunkler. Gut, dass ich meine Warnweste anhabe. Ich werde jetzt noch ein ganzes Stück die Straße hoch fahren. Ja auch in Berlin gibt es ordentliche Steigungen, keine echten Berge, aber immerhin.
Mann, schon wieder so einer, der in die falsche Richtung auf meinem Radweg unterwegs ist. Nachts hat der dann bestimmt auch wieder kein Licht an!
Wie gesagt, ich brauche das Radfahren, um frei im Kopf zu werden. Weshalb ich jetzt aber wirklich los muss. Wir sehen uns …
*
Und bei MiMA geht´s heute weiter in Bowies Radspuren:
Indre zeigt die verrufensten 300 Meter der Potsdamer Straße.
Übrigens: für die Fortsetzung dieser Berlin-Fahrrad-Tour würde ich mich über weitere Radelbeiträge aus Berlin sehr freuen.
Berliner RadlerInnen - wo seid ihr?
Meldet euch gern per Mail an diefahrradfrau@gmail.com
Ich bin gespannt!
Bis bald!
diefahrradfrau
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