Stadt-Land-Rad: Ich, mein Fahrrad und die Stadt

Mittwoch, 5. November 2014

Unterwegs in Berlin - ein Gastbeitrag von Andrea in der Reihe Stadt-Land-Rad:


Ich, mein Fahrrad und die Stadt


Ohne Fahrrad würde es in meinem Kopf drunter und drüber gehen. Dieses Ding auf zwei Rädern, sorgt immer wieder dafür, dass ich durchatmen kann.
Dann ist es auch egal, im dicksten Feierabendverkehr durch die Stadt zu strampeln. Wenn ich von meiner Arbeit nach Hause fahre, komme ich an ziemlich vielen interessanten Ecken vorbei. Da ist zum Beispiel das Baerwaldbad. Das ist ein Schwimmbad, das 1901 eröffnet wurde. Und  die Schwimmhalle, in der ich schwimmen gelernt habe. Ich bin nämlich in Kreuzberg groß geworden. Allerdings bin ich als Kind noch nicht so viel Rad gefahren.
Wenn ich weiterstrample, komme ich, nicht direkt aber beinahe an der Marheinekehalle vorbei. Da war ich auch schon, als ich klein war, mit meiner Mama Wurst und Käse kaufen. Nur zu der Zeit war das alles nicht so schick. Da hatten die Häuser noch Einschusslöcher und es sah für uns Kinder immer so aus, als wäre der Krieg gerade erst vorbei. Das war so 1970.
Weiter über die Gneisenaustraße. Den Mehringdamm kreuzen, aahh ja, da ist Mustafas Gemüsedöner. Dort soll es den besten Gemüsedöner weit und breit geben. Ich habe ihn noch nie probiert - guckst du, warum nicht…



Weiter, ich will ja mal nach Hause. Am Kreuzberger Rathaus vorbei. Nicht weit davon komme ich an einem Konditor vorbei, der legendäre Torten und Kuchen backt. An Sonntagen kann die Schlange vor Mr. Minsch seinem Laden schon mal 10 Meter betragen. Die Torten sollen ja ein Traum sein.




Unter den Yorkbrücken…
Radwege auf Fußgängerwege reduziert, keifende Berliner, die zu Recht meckern. Was kann ich denn dafür? Die haben doch meinen Radweg so verlegt. Ach Mist, schon wieder eine Absperrung! Manchmal habe ich das Gefühl, die hätten es am liebsten, wenn wir unsere Räder auf den Rücken nehmen.



Unter den Brücken komme ich am Gleisdreieckpark vorbei. Auf diesem Gelände gab es einen Güter - und Ladebahnhof, wo die Waren für die Berliner auf Karren und Laster verladen wurden. Lange Jahre war das Gelände verwahrlost. Und nun haben die einen super Park daraus gemacht. In diesem Park findet man überall historische Relikte, die in das Grün eingewachsen sind. Übrigens kann man hier richtig super verweilen, piknicken, radfahren, skaten… Und einmal im Jahr gibt es das RadioEins Parkfest - sehr zu empfehlen.



Ach, ich wollte doch nach Hause...
Gleich fahre ich unter dem Sozialpalast (eigentlich das Pallaseum, der Berliner gibt Gebäuden gerne Spitznamen) durch.



Dort stand früher mal der Sportpalast. Dann kommt der Winterfeldplatz. Am Wochenende einer der größten Wochenmärkte in Berlin. In den Achtzigern sind hier eine Menge Steine geflogen und ein Großteil der alten heruntergekommenen Häuser war besetzt. Die Besetzer von damals sind inzwischen gediegene Mittelständler und wohnen teilweise immer noch hier.




Ich muss mich jetzt aber wirklich sputen, in dieser Jahreszeit wird es schnell dunkler. Gut, dass ich meine Warnweste anhabe. Ich werde jetzt noch ein ganzes Stück die Straße hoch fahren. Ja auch in Berlin gibt es ordentliche Steigungen, keine echten Berge, aber immerhin.
Mann, schon wieder so einer, der in die falsche Richtung auf meinem Radweg unterwegs ist. Nachts hat der dann bestimmt auch wieder kein Licht an!
Wie gesagt, ich brauche das Radfahren, um frei im Kopf zu werden. Weshalb ich jetzt aber wirklich los muss. Wir sehen uns …

Andrea

*

Herzlichen Dank Andrea, dass wir dich auf deinem Radweg begleiten durften! Der Beitrag passt wunderbar in die kleine Berlin-Fahrrad-Serie, die in Zusammenarbeit mit MiMA gestartet wurde und zu der hier auf bikelovin bereits mehrere Beiträge erschienen sind: hierhier und hier findet ihr Berliner Radgeschichten.
Und bei MiMA geht´s heute weiter in Bowies Radspuren: 
Indre zeigt die verrufensten 300 Meter der Potsdamer Straße.

Übrigens: für die Fortsetzung dieser Berlin-Fahrrad-Tour würde ich mich über weitere Radelbeiträge aus Berlin sehr freuen.
Berliner RadlerInnen - wo seid ihr? 
Meldet euch gern per Mail an diefahrradfrau@gmail.com
Ich bin gespannt!

Bis bald!
diefahrradfrau

Upcycling der Woche: Tube Typography

Dienstag, 4. November 2014

Ohne irgendeinen Sinn und Zweck, sondern ganz einfach aus purer Lust am Experimentieren entstanden ein paar Schlauchbuchstaben, die im Ergebnis weder perfekt noch speziell daherkommen, sondern recht simpel wirken. Aber der Schein trügt! Ich hätt´mir nicht träumen lassen, was für eine Frickelei das sein würde, so ein einfaches Ding einigermaßen ansehnlich zusammenzubasteln.
Nunja, wieder was gelernt. Und immerhin weiß ich jetzt, dass man mit nem alten Fahrradschlauch auch schreiben kann.



Die Wort-wahl fiel nicht schwer:
Schlauch, was sonst?


Tube Typography - klingt gut, oder?


Aber ehrlich: da müsste es mir schon seeehr langweilig sein, bevor ich das nochmal machen würde ...
;)

Bis bald!
diefahrradfrau
Geteilt mit Upcycling-DienstagCreadienstag und Scharlys Kopfkino.
Gern schicke ich´s auch zum Mustermittwoch.

Doppelmonatsrückblick und so weiter ...

Sonntag, 2. November 2014

Best of two months - re-cycled for fun...
Just enjoy:)


Das sind also meine Lieblingsposts aus September und Oktober. Außerdem gab´s jede Menge von anderswo: Gastbeiträge zu meiner virtuellen Fahrradweltreise aus New York und Schottland,
eine Berlin-Tour in Bowies Spuren, die wunderbar ergänzt wurde durch zwei weitere Berlin-Beiträge (hier und hier). Dazu zweimal Radelbuntes: eure Fahrradschnappschüsse und Upcyclings mit Fahrradschrott. - 
Immer wieder: Danke für eure Beiträge hier!

Und sonst ...
... hab ich in den letzten Wochen längst nicht alles verbloggt, was hier noch gepasst hätte. Erzähle ich dann später.
... wird hier weiter lustig rumgeradelt und dabei ergibt sich alles andere ganz von selbst. 

Ups, fast vergessen:
bis Montag, 3.November habt ihr noch die Chance, einen superschönen Kerzenständer aus Fahrradschrott zu gewinnen.


Bis bald!
diefahrradfrau